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Venen

Venenkompression

Jede zweite Frau und jeder vierte Mann hat Krampfadern, jeder achte Erwachsene eine fortgeschrittene Venenerkrankung. Diese Beschwerden verdanken wir wahrscheinlich dem aufrechten Gang. Bei jedem Menschen muss das venöse Blut ständig gegen die Schwerkraft der Erde aus den Füßen und Beinen bis hoch zum Herzen hin gepumpt werden.

Das Venensystem besteht aus 3 Bereichen:
Das oberflächliche Venensystem liegt direkt unter der Haut.
Die tiefen Venen verlaufen zwischen den Muskeln des Unterschenkels. Jede Bewegung drückt die Venen zusammen und pumpt das Blut herzwärts. Die gesunden Venenklappen, die wie Schleusentore arbeiten und den Blutfluss nur in eine Richtung zulassen, verhindern ein Zurückfließen.
Über die Verbindungsvenen gelangt das Blut von den oberflächlichen in die tiefen Venen .

Schließen die Klappensegel nicht mehr einwandfrei, sackt venöses Blut im Stehen und bei langem Sitzen zu den Beinen hin ab.
Dies verursacht mit der Zeit Beschwerden: Schwellungen, Spannungen, Kribbeln oder ziehende Schmerzen. Der erhöhte Venendruck stört den normalen Blutfluss. Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus. Es entsteht ein Ödem. Diese eiweißreiche Flüssigkeit wiederum verursacht durch chronische Entzündungsprozesse Veränderungen an der Haut. Besenreiser, Krampfadern, Schäden in der Unterhaut und im Sprunggelenksbereich sind ebenso Folgen eines gestörten Blutflusses.

Risikofaktoren für chronische Venenleiden:

  • Familiäre Veranlagung: angeborene Schwäche von Venenwand und/oder Venenklappen
  • Häufige Schwangerschaften, Hormongaben mit hohem Estrogenanteil begünstigen Venen- probleme. (Weibliche Hormone lockern das Bindegewebe, das die Venen stützen soll. Während der Schwangerschaft ist das sinnvoll, weil Muskeln und Bindegewebe dann dehnbarer sind. Auch die Venenwände werden nachgiebiger.)
  • Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen

Diagnostik

Bei Beschwerden sollte man einen Gefäßspezialisten aufsuchen (Angiologe, Phlebologe). Er untersucht die Gefäße genau mittels Ultraschall und entscheidet, ob und wann eine Verödung oder Operation angezeigt ist.
Um das Fortschreiten zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern, ist ein frühzeitiges und konsequentes Eingreifen wichtig.

Bei plötzlichen starken Schwellungen des Beines, Hitzegefühl und starkem Druckschmerz und/oder bläuliche Haut- verfärbungen bitte sofort den Arzt aufsuchen (Gefahr einer Thrombose = vollständiger Verschluss der Venen).

Bildet sich ein Thrombus = Blutgerinnsel in den tiefen Leitvenen, besteht Gefahr einer Lungenembolie

Thrombophlebitis = Entzündung der oberflächlichen Venen

Arzneimittel bei Venenerkrankungen:

  • Venensalben zur Linderung leichterer Beschwerden
  • Gele haben zusätzlich einen kühlenden Effekt
  • Heparinhaltige Salben oder Gele bei oberflächlichen Venenentzündungen
  • Tabletten oder Kapseln

Ziel: Entstehung eines Ödems soll verhindert werden

Inhaltsstoffe:

  • Rosskastaniensamen
  • Mäusedornwurzelstock
  • Buchweizen
  • Rotes Weinlaub
  • Troxerutin= Substanz, die durch chemische Abwandlung eines Naturstoffs gewonnen wird
  • Steinkleekraut

Stütz- bzw. Kompressionsbehandlung

Stützstrümpfe:

  • gut geeignet zur Vorbeugung
  • es gibt Kniestrümpfe und Strumpfhosen in verschiedenen Stärken (40 und 70 den) und Modefarben
  • den = Feinheitsbezeichnung der Faser in Denier = Gewicht der Faser in Gramm je 9000 m Faserlänge
  • nicht verordnungsfähig

Kompressionsstrümpfe:

  • Durch starken Druck auf die oberflächlichen Venen soll die Funktion der Venen und der Venenklappen sowie der Muskelvenenpumpe verbessert werden. Hierzu muss der Patient herumlaufen.
  • Die Strümpfe müssen bei nicht geschwollenen Beinen exakt angemessen werden und sollten frühmorgens vor dem Aufstehen angezogen werden. Zur Erleichterung gibt es Anziehhilfen.
  • Nach einer Operation muss immer eine Kompressionsbehandlung erfolgen.
  • Man unterscheidet vier verschiedene Kompressionsklassen (Klasse I bis IV, Druck steigend) je nach Indikation. Meist wird die Kompressionsklasse II verordnet. Auch hier gibt es Kniestrümpfe, Strümpfe, Strumpfhosen und Strumpfhosen für werdende Mütter in verschiedenen Farben und Materialien (z.B. Microfaser: leichter anzuziehen, schöneres Material).
  • Bei schweren arteriellen Durchblutungsstörungen darf keine Kompressionsbehandlung erfolgen.
  • Nässende Dermatosen, Ekzeme und Ulzera sollten abgeheilt sein.

Reisestrümpfe:

  • mit starker Stützwirkung zur Thromboseprophylaxe bei langen Reisen
  • Tipps bei schwachen Venen
  • Vermeiden von langem Sitzen und Stehen
  • Beine nicht übereinander schlagen
  • im Sitzen Fußgymnastik machen (Muskelpumpe!)
  • Beine so oft wie möglich hoch legen
  • Schuhe mit flachen Absätzen tragen
  • viel trinken, mind. zwei Liter täglich, vor allem natriumarmes Mineralwasser
  • Regelmäßige körperliche Bewegung: Radfahren, Walken, Tanzen. Schwimmen ist der ideale Sport, da das Wasser Druck auf das Venensystem ausübt und so den Rückfluss des venösen Blutes aus den Beinen zum Herzen fördert. Hochdruckunterwasserdüsen sind für die Beine tabu! Sportarten mit stopp-and-go- Bewegungen (z.B. Squash, Tennis, Fußball) schaden eher den Venen, ebenso Kraftsportarten und Sportarten mit Sprungelementen.
  • Vermeidung übermäßiger Wärme, wie lange Sonnenbäder oder heiße und lange Vollbäder, besser Duschen, anschließend kalte Wassergüsse (etwa 20° C) nach Kneipp
  • Saunabesuche sind bei unkompliziertem Krampfaderleiden nicht verboten, hier besser liegen statt sitzen, anschließend kalt abduschen und sich mit erhöhten Beinen hinlegen oder Spaziergang machen.
  • Ernährung sollte ausgewogen sein, wenig Alkohol, kein Nikotin