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Kopfläuse

frühzeitig und konsequent handeln

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein flügelloses Insekt aus der Ordnung der Tierläuse (Phthiraptera). Sie gehört zur Familie der Menschenläuse und ist eine Unterart der Menschenlaus (Pediculus humanus humanus).

Die Familie der Menschenläuse besteht aus sechs Arten, von denen zwei sich speziell an den Menschen angepasst haben und auf ihm leben: Neben der am häufigsten vorkommenden Kopflaus und der zur gleichen Art gehörenden Kleiderlaus (Pediculus humanus) ist dies die Filzlaus (Phthirus pubis). Umgangssprachlich wird die Bezeichnung Laus häufig als Überbegriff für all diese verschiedenen Arten benutzt.

Kopflaus in Nahaufnahme
Kopflaus in Nahaufnahme


Erreger:

Die Kopflaus ist ein flügelloses, etwa 2-3 mm großes graubraunes Insekt, das als Parasit ausschließlich im Kopfhaar des Menschen lebt. Bei massivem Befall können  gelegentlich auch andere behaarte Stellen des Oberkörpers (Bart, Augenbrauen, Achselhaare) betroffen sein. Läuse haben Beine mit klauenartigen Fortsätzen, mit denen sie sich gut an den Haaren festhalten und fortbewegen können. Sie sind mit Mundwerkzeugen ausgestattet, mit denen sie stechen und saugen können. Mit dem Stich bringen sie Speicheldrüsensekrete in die Wunde ein, die Juckreiz hervorrufen. Krankheitserreger werden in unseren Breiten nicht übertragen.

Lebenszyklus:
Die Kopflaus bevorzugt die im Kopfhaar herrschende Temperatur von etwa 28°C. Die Eier, deren sichtbare Chitinhüllen auch Nissen genannt werden, werden vom Kopflausweibchen perlschnurartig mit einem Klebesekret versehen in Kopfhautnähe (max. 1 cm von der Kopfhaut entfernt) abgelegt. Sie können nicht mit Wasser ausgewaschen werden. Etwa 8 Tage nach der Eiablage schlüpfen Larven, die innerhalb von weiteren 9-11 Tagen drei Entwicklungsstadien bis zur geschlechtsreifen Laus durchlaufen. Vom Ei bis zur ersten Eiablage dauert es etwa 17-22 Tage. Werden die Läuse von der Kopfhaut getrennt, sind sie durch fehlende Blutmahlzeiten relativ schnell geschwächt und überleben bei Zimmertemperatur in der Regel nicht länger als 2-3 Tage.

Übertragung:
Bei engem Kontakt wandern Kopfläuse von einem Kopf auf den anderen. Läuse krabbeln, sie können nicht springen oder fliegen. Gelegentlich ist die Übertragung auch indirekt über Kopfbedeckungen, Kämme und Bürsten oder Schals möglich, wenn sie innerhalb einer kurzen Zeitspanne gemeinsam benutzt werden.

Diagnose:
Juckreiz, Hautrötung und Kratzwunden in der Nackengegend und hinter den Ohren, evt. Lymphknotenschwellung durch infizierte Kratzwunden.

Läuse (dunkel):
Haare waschen und mit Haarpflegespülung behandeln. Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm sorgfältig von der Kopfhaut zu den Spitzen auskämmen. Nach jedem Kämmen Nissenkamm auf einem hellen Tuch ausstreifen und nach Läusen evt. mit Lupe untersuchen. Rest der Pflegespülung nach dem Auskämmen ausspülen.

Nissen (hell bis bräunlich):
kleben seitlich am Haar in der Nähe der Kopfhaut (Nacken, hinter d. Ohren) nach

Behandlung:
Eier, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind leer oder abgestorben, leere Eihüllen sind weißlich

Maßnahmen:
Personen mit Befall behandeln und Kontaktpersonen (Kindergarten, Schulen, Sportvereine, Gemeinschaftseinrichtungen) informieren. Gemeinschaftseinrichtungen sind verpflichtet, einen aufgetretenen Läusebefall beim Gesundheitsamt zu melden. Wiederzulassung nach festgestelltem Kopflausbefall durch ärztliches Urteil oder Bestätigung des Sorgeberechtigten über eine korrekt durchgeführte  Behandlung.

Nach der sachgerechten Behandlung mit einem geeigneten Mittel, ergänzt durch sorgfältiges Auskämmen mit einem Läusekamm, ist eine Verbreitung auch bei noch vorhandenen vitalen Eiern mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu befürchten.

Therapie:
1. Behandlung der Kopfhaut mit läuseabtötenden Substanzen, dabei genaue Hinweise des Herstellers beachten. Da Kopflausmittel nicht zuverlässig alle Eier abtöten, sollte am Tag 9 oder 10 evt. eine Wiederholungsbehandlung durchgeführt werden (bis zum 7. bzw. 8. Tag können noch Larven nachschlüpfen und ab dem 11. Tag können junge Weibchen bereits neue Eier ablegen).

Mögliche Fehler:

  • zu kurze Einwirkzeiten
  • zu sparsames Ausbringen des Mittels
  • ungleichmäßige Verteilung des Mittels
  • zu starke Verdünnung des Mittels in zu nassem Haar
  • Unterlassen der Wiederholungsbehandlung

2. Nasses Auskämmen mit Haarpflegespülung und Läusekamm in 4 Sitzungen an den Tagen 1, 5, 9 und 13 (Erfolg 57%). Nachkontrolle am Tag 17. Eine hohe Erfolgsquote gibt es in Kombination mit topischer Behandlung.

Empfohlenes Behandlungsschema:

Tag 1: mit Insektizid behandeln und anschließend nass auskämmen

Tag 5: nass auskämmen, um früh geschlüpfte Larven zu entfernen

Tag 8, 9 oder 10: erneut mit einem Insektizid behandeln

Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen

Tag 17: evt. letzte Kontrolle durch nasses Auskämmen.

Hygienemaßnahmen:

Alle Familienmitglieder oder Mitglieder einer Gemeinschaft untersuchen, behandelt wird nur bei Befall. Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und –gummis in heißer Seifenlösung reinigen. Schlafanzüge, Bettwäsche, Handtücher, Leibwäsche bei 60° C waschen. Kopfbedeckungen, Schals und weitere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, für mind. 3 Tage (Empfehlungen differieren stark: bis zu 2-4 Wochen) in einer Plastiktüte verpackt aufbewahren oder in einem geschlossenen Plastikbeutel bei –20°C  1-2 Tage (bis zu 1 Woche) tiefkühlen.Trocknerbehandlung: 45 MinutenPolster, Autositz usw. absaugen. In Zeiten drohender Neuinfektion Haare regelmäßig waschen, mit Spülung behandeln und mit Nissenkamm auskämmen. Durch Spülungen können sich Läuse schlechter festhalten und Nissen kleben schlechter.

Weitere Informationen finden Sie hier:                  

Robert Koch Institut
www.rki.de

Deutsche Pediculosis Gesellschaft
www.pediculosis-gesellschaft.de